Erleichterungen flankiert durch eine „Maskenpflicht“! Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml informiert.

Leben mit Corona

Unsere bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigen Wirkung. Wir müssen uns aber mit Sicherheit noch für einige Zeit auf ein Leben mit dem Virus einstellen und weiterhin sehr umsichtig agieren. Die Ausgangsbeschränkung ist deshalb bereits verlängert worden. Gleichzeitig schaffen wir Erleichterungen, wie die schrittweise Öffnung der Geschäfte, um das öffentliche Leben ganz behutsam wieder zu ermöglichen. Damit einhergehen müssen aber flankierende Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus weiter gering zu halten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, eine sogenannte „Maskenpflicht“ einzuführen. 

Maskenpflicht

Seit dem 27.04.2020 gilt in Bayern diese Maskenpflicht. Das bedeutet: In Geschäften und im ÖPNV müssen alle Menschen ab 6 Jahren eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Verwendet werden dürfen Alltags- oder Community-Masken, die im Handel erhältlich sind. Auch selbst genähte Masken sind erlaubt. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wer keine Maske hat und nicht nähen kann, darf auch einen Schal oder ein Tuch vor Nase und Mund binden.

Umgang mit der Maske

Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Maske richtig über Mund, Nase und Wangen platziert wird und an den Rändern möglichst eng anliegt. Sobald sie feucht ist oder spätestens nach 3 bis 4 Stunden, muss sie gewechselt werden. Außerdem muss sie regelmäßig gereinigt werden. Waschbare Stoffmasken müssen vor erneuter Benutzung bei 60-90°C gewaschen werden und gut trocknen. Anschließendes Bügeln bei mindestens 165°C (höchste Stufe) trägt zusätzlich zur Desinfektion bei.

Medizinische Schutzmasken

Im Gegensatz zu den Alltagmasken müssen medizinische Schutzmasken weiterhin in erster Linie Ärzten und Pflegekräften zur Verfügung stehen. Denn Menschen in medizinischen Berufen sind nicht nur einer besonders hohen Infektionsgefahr ausgesetzt, sondern sie würden im Fall einer unerkannten Ansteckung das Virus mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Vielzahl weiterer Personen übertragen („super spreader“). Außerdem müssen wir einen Ausfall von Ärzten und Pflegekräften auf Grund einer erforderlichen Quarantäne oder Erkrankung unbedingt vermeiden. Wir arbeiten intensiv daran, gerade diese Gruppe mit zertifizierter Schutzausrüstung auszustatten. Ich freue mich, dass sich die Versorgungssituation dank unseres Einsatzes mittlerweile etwas entspannt hat. Zusätzlich zu den Lieferungen des Bundes haben wir in Bayern bislang insgesamt ca. 23 Millionen OP-Masken und ca. 3,2 Millionen FFP2-Masken (Stand 23.04.2020) zentral beschafft. Auch die Schaffung von zusätzlichen Produktionskapazitäten in Bayern in Kooperation mit den bayerischen Unternehmen treiben wir daher weiter voran.

Infektionsrisiko senken

Uns ist bewusst, dass Alltagsmasken, die jetzt verpflichtend zum Einkaufen und im ÖPNV getragen werden müssen, keinen hundertprozentigen Fremd- oder Eigenschutz bieten. Aber sie senken das Infektionsrisiko. Die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen, um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen, gelten weiter: Händewaschen, in die Armbeuge husten und niesen und vor allem mindestens 1,5 Meter Abstand halten. So schaffen wir größtmöglichen Schutz.

Läden öffnen

Dieser Schutz ist die Voraussetzung dafür, dass wir für die Bürgerinnen und Bürger jetzt eine Erleichterung möglich machen, die auch ökonomisch wichtig ist: die schrittweise Öffnung der Geschäfte bis 800 Quadratmeter. Das bisherige Verkaufsverbot für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern wird nach der Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes geändert. Wenn derartige Geschäfte öffnen, nachdem sie - zum Beispiel durch Absperrungen - die tatsächlich für Kunden zugängliche Verkaufsfläche auf maximal 800 Quadratmeter begrenzt haben, wird dies ab sofort nicht mehr beanstandet. Bei der nächsten Änderung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung werden wir zudem klar festlegen, dass ein entsprechendes Vorgehen zulässig ist.

Schutz sichern

Das heißt: Jedes Geschäft muss das Infektionsrisiko so gering wie möglich halten. Die eigenen Mitarbeiter müssen ausreichend geschützt und der Kundenverkehr so gesteuert werden, dass Abstandsregeln (auch auf dem Parkplatz) eingehalten werden können. Hygieneregeln müssen beachtet werden. Und nicht zuletzt müssen die Betreiber dafür sorgen, dass ausnahmslos alle Kunden ab sechs Jahren das Geschäft nur mit Mund-Nasen-Bedeckung betreten. 

Checkliste für Schutzkonzepte

Um das alles zu gewährleisten, muss jedes Geschäft ein „Schutz- und Hygienekonzept“ sowie ggf. ein „Parkplatzkonzept“ erstellen und bei möglichen Kontrollen vorweisen können. Wir unterstützen Geschäfte, indem wir eine Checkliste zur Verfügung stellen.
Sie ist zu finden unter https://www.stmgp.bayern.de/wp-content/uploads/2020/04/checkliste_hygienekonzept_2te_bayifsmv_bf.pdf