„38 Monate Kriegsdienst in Russland und 39 Monate Kriegsgefangenschaft in einem Kupferbergwerk in Degtyarka in Sibirien sind eine lange Zeit um nachzudenken, wie schön es doch in der alten Heimat war.

Aber wann und wo denkt man mehr nach über seine Heimat als dann, wenn man viele tausende Kilometer von ihr entfernt ist und keine Aussicht hat, sie jemals wieder zu sehen. Ja, jede freie Stunde unterhielt man sich nach harter Arbeit und mit ewig hungrigen Magen entweder über das gute Essen, das es zu Hause früher gegeben hatte, oder über seine Familie und die schöne alte Heimat. Jeder der mitgefangenen Kameraden nahm sich etwas anderes vor was er einmal machen wollte, falls er überhaupt noch einmal die Heimat wiedersehen sollte. Ich selber war mir sicher, dass ich wieder zu meinen Lieben heimkehren würde; ja manchmal spürte ich es direkt in mir. Wenn die meisten meiner Leidensgenossen ihre Köpfe hängen ließen und glaubten jetzt geht es nicht mehr weiter, dann erzählte ich von meiner Dorfchronik, die ich nach meiner Rückkehr aus der Hölle der russischen Kriegsgefangenschaft einmal schreiben wollte…..“.

Dies sind die ersten Worte von Herrn Andreas Hottner sen., welche er 1977 als Einstieg zur Entstehung seiner Sammlung verfasste.
Die Sammlung „Chronik von Fronberg“ umfasst 54 Archivschachteln mit unzähligen Bildern zur ehemaligen Gemeinde Fronberg (Ortschaft, Schloss, Kirche, Vereine usw.). Für das Stadtarchiv Schwandorf stellt diese Sammlung ein besonderes Highlight dar, zumal von den ehemaligen selbstständigen Gemeinden, den heutigen Ortsteilen, nur sehr wenig Bildmaterial im Stadtarchiv vorrätig ist.