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46 Bürger aus Schwandorf besuchten Sokolov und Umgebung

Vollgepackt mit vielen guten Eindrücken kehrten 46 Bürger vom Besuch der tschechischen Partnerstadt Sokolov-Falkenau zurück. Die Fahrt wird im einjährigen Turnus mit der Gegenveranstaltung Sokolov-Schwandorf unter dem Motto „Wir besuchen unsere Partnerstadt“ vom jeweiligen Partnerschaftskomitee veranstaltet. Die Reiseleitung oblag dem Komiteevorsitzenden Ernst Schober.
Von Schwandorf aus startete die Reisegruppe in die Partnerstadt in Tschechien. Nach einem Kurzaufenthalt mit Einkaufsmöglichkeiten in einem „Travel Free“ in Cheb wurde Maria Kulm angesteuert, einst der bedeutendste Wallfahrtsort im Egerland. Pater Milan Kucera, der derzeit amtierende Probst, führte die Gruppe durch die von Christoph Dientzenhofer erbaute und in den letzten 12 Jahren frisch restaurierte Wallfahrtskirche.
Er informierte dabei auch über die wechselvolle Geschichte und den Verfall der Gebäude von 1945 bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten im Jahre 2004. Die Wallfahrtskirche, die seit der Gründung vom katholischen Orden der „Kreuzherren vom Roten Stern“ mit Sitz in Prag geleitet wird, ist heute wieder Ziel von Pilgern aus Tschechien und Deutschland.

Die Tagesfahrt wurde anschließend mit einem Aufenthalt in Loket-Elbogen fortgesetzt. Die Stadt Loket liegt in der Biegung des Flusses Ohře (Eger), der hier einen Felsen umfließt und einem gebeugten Arm ähnelt, daher auch der Name Loket (Elbogen). Die Stadtgeschichte greift weit in die alte Vergangenheit. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1234. Die im romanischen Baustil erbaute Burganlage und der historische Altstadtkern mit der Mariensäule und Gebäuden fand großes Interesse bei den Schwandorfern.

Bei der anschließenden Ankunft in Sokolov werteten 1.Bürgermeister Jan Picka und die beiden Partnerschaftsvorsitzenden Ernst Schober Schwandorf und Antonin Lebeda Sokolov die große Beteiligung als einen Beweis für die Lebendigkeit der Städtepartnerschaft. Die Leiterin des Tourismusbüros in Sokolov, Frau Kamila Herakova, ermöglichte für die Schwandorfer auch eine Besichtigung der Gruft der Familie Nostiz im Kapuzinerkloster, die sonst nur an besonderen Tagen für die Öffentlichkeit geöffnet wird. Beim anschließenden Stadtrundgang über den alten Markt mit Kapuzinerkloster, Mariensäule, Falkenauer Wastl, St. Jakobs-Kirche, Schloss und Bergmannshaus, wurden die Schwandorfer vom Leiter des Museums in Sokolov Michael Rund umfassend über die Geschichte der Stadt informiert. Er zeigte bei seinen Informationen auch ein Stück Sokolover Industriegeschichte auf.
Das Sokolover Braunkohleabbaugebiet weist gewaltige Dimensionen auf. Obwohl auf einer Fläche von 9000 Hektar Kohle bereits abgebaut wurde, liegt noch Braunkohle für weitere 15 Jahre zum Abbau bereit. 3500 Personen sind derzeit noch bei der Bergbaugesellschaft UHELNA Sokolov und den Nebenbetrieben beschäftigt. Das große Abbaugebiet „Metard“ westlich von Sokolov wurde bereits rekultiviert und über den Fluss Eger auf natürliche Weise geflutet, erklärte Michael Rund den Besuchern aus Schwandorf.
Zum Abschluss des Tages gab es noch die Gelegenheit zur Kontaktaufnahme mit Sokolover Bürgern beim Besuch des Familienfestes „Hurra Ferien“ auf dem „Bohemia Areal“, bevor man die Rückfahrt mit vielen positiven Eindrücken und Erlebnissen nach Schwandorf antrat.