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Im Stadtmuseum Schwandorf, das zurzeit seine Daueraufstellung neugestaltet, tut sich momentan einiges: In einer Zeit, in der aufgrund der Pandemie die Museen geschlossen sind, hat das Stadtmuseum Schwandorf wegen Umbauarbeiten seit über einem Jahr seine Türen zu. Dahinter aber sind derzeit die Museumsmitarbeiter und die Handwerker fleißig am Werkeln. Ganz aktuell werden die ersten Einbauten der neuen Innenarchitektur vorgenommen. Dazu gehört auch ein extra angefertigter Unterbau für das Turmuhrwerk, das in der neuen Stadtgeschichteabteilung als wichtiges Leitobjekt die Vergänglichkeit der Zeit symbolisiert. Vor rund 20 Jahren wurde dieses aus dem Kirchturm der Klardorfer St.-Georgskirche ins Stadtmuseum gebracht, denn als letzte mechanische Uhr aus der Zeit um 1939 war sie zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr zeitgemäß: Längstens war das Zeitalter der digitalen Zeitmessung in den Kirchtürmen mit ihren großen Zifferblättern angebrochen. Und auch die Klardorfer Kirche bekam dieses moderne Zeitmesssystem. Das alte Uhrwerk aber durfte seine letzte Reise antreten und wurde ins Stadtmuseum Schwandorf gebracht. Und hier erhält es nun ganz aktuell eine sehr prominente Position. Der neue Aufbau des komplizierten Uhrwerks konnte allerdings nur mit professioneller Hilfe bewerkstelligt werden: Diese erhielt das Stadtmuseum durch den Uhrmachermeister Christopher Kreitl von der Fa. Meiller Juwelier und Optiker aus Schwandorf, die dem Stadtmuseum diese Unterstützung kostenlos zur Verfügung stellte. Beim Zusammenbau und neuem Installieren der Uhr waren dann natürlich viele fachkundige Hände gefragt. Daher legte Roland Meiller, Inhaber des gleichnamigen Uhren- und Juweliergeschäfts, selbst mit Hand an. Ebenso waren Erfahrung, Rat und Tat des sich inzwischen im Ruhestand befindenden Uhrmachermeisters Franz Hanke gefragt. Gemeinsam machten sie es möglich, dass innerhalb weniger Stunden die historische Kirchturmuhr von Klardorf an ihrem neuen Standort wieder ticken kann – rein mechanisch angetrieben von einem Gewicht, das durch Kraft der Erdanziehung bewegt wird. Als schließlich das große Pendel wieder in Bewegung gesetzt wurde, freute sich die Museumsleiterin Eva Maria Keil: „So können wir künftigen Museumsbesuchern das Vergehen der Zeit sehr anschaulich vor Augen führen – und das ist ja auch ein Ziel der neuen Dauerausstellung zur Stadt- und Industriegeschichte von Schwandorf.“ Als das Turmuhrwerk dann das erste Mal wieder zum Ticken gebracht wurde, ließ es sich Oberbürgermeister Andreas Feller nicht nehmen, selbst vor Ort zu sein. Er dankte zusammen mit der Museumsleiterin allen Profi-Helfern und besonders Roland Meiller, die das Stadtmuseum auf diese Weise so tatkräftig und unentgeltlich unterstützt haben: „Dass es Bürger in unserer Stadt gibt, die sich auf diese Weise für das Museum und die Ortsgeschichte engagieren, ist wirklich sehr wertvoll – vor allem in Zeiten, die für die Kultur aktuell nicht gerade einfach sind.“