Mit der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Schwandorf ein bedeutender keramischer Industriestandort. Ergiebige Lagerstätten hochwertiger Tone in der mittleren Oberpfalz lieferten den dafür notwendigen hochwertigen Rohstoff.
Gleichzeitig bekam Schwandorf bereits 1859 einen Bahnhof und damit den wichtigen Anschluss an das überregionale Eisenbahnnetz: So konnte hier einst mit der Tonwarenfabrik Schwandorf eines der größten Keramik produzierenden Werke Süddeutschlands entstehen: Das Bezirksamt Burglengenfeld erteilte dem Maurermeister Joseph Löll am 17. Juni 1863 dafür die Konzession. Mit der Übernahme durch die Porzellanfabrik Kahla in Thüringen 1959 – die Tonwarenfabrik war bereits Mitte der 1920er Jahre mit diesem Werk verbunden – endete die Zeit als selbstständiges Unternehmen. An der Firma beteiligten sich in der Folgezeit ebenso die Aktiengesellschaften Hutschenreuther-Keramag und Gebrüder Bauscher, Porzellanfabrik in Weiden. Trotzdem – auch weil die Konkurrenz im Ausland immer stärker wurde – kam im Jahr 1994 das Ende für diese Keramikproduktion.
Während ihrer erfolgreichsten Zeit hatte die Tonwarenfabrik Schwandorf bis 1956 auch ein Zweigwerk in Schwarzenfeld. Speisegeschirre aus Steingut wurden ausschließlich dort gefertigt und erlangten regional und überregional große Beliebtheit in vielerlei Dekor- und Formenvarianten. Trotz Serienproduktion legte man großen Wert auf zeitgemäß ansprechende Optik und Qualität. Gestalter wie Jean Beck und Heinrich Löffelhardt, die Formen und Dekore für das in Schwarzenfeld hergestellte Steingutgeschirr entwarfen, belegen dies.
Die einstige Bedeutung dieses Industriezweigs dokumentiert heute das Stadtmuseum Schwandorf innerhalb seines Bestands sehr gut: Als ein Sammlungsschwerpunkt befindet sich hier eine große Anzahl verschiedenster Steingutobjekte und Geschirre, die im Zweigwerk der Tonwarenfabrik in Schwarzenfeld hergestellt wurden. Einen kleinen Einblick und Überblick davon gewährt das Stadtmuseum in seiner Sonderausstellung „Design trifft Alltag“: Viele Geschirrteile, welche sich normalerweise im Museumsdepot befinden, werden dazu präsentiert.
Auch das durchaus anspruchsvolle Design des Geschirrs, das in erster Linie im Alltag verwendet wurde, wird hier besonders gewürdigt: Um dies zu zeigen, ergänzt der Keramiksammler Klaus Haußmann die Ausstellung des Stadtmuseums mit seltenen und außergewöhnlichen Sammlerstücken. Ein eigener Ausstellungsbereich ist dabei dem Münchner Entwerfer Jean Beck gewidmet.
Was Sie bei der Ausstellung erwartet, sehen Sie im Beitrag des regionalen TV-Senders OTV:
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Am Sonntag, 07.01.2024 findet in der Fußgängerzone am Unteren Marktplatz der traditionelle Schwandorfer „Hl.-Drei-Königs-Markt“ statt.
Seit dem Jahr 1299 besitzt Schwandorf das Marktrecht. Zu dieser Zeit wurden in Schwandorf jedoch nur ein oder zwei Jahrmärkte im Jahr gefeiert. Da ein Patronat, also ein namensgebendes Fest oder Ereignis nicht bekannt ist, kann heute nicht mehr festgestellt werden, wie die Jahrmärkte des mittelalterlichen Schwandorfs genannt wurden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der „Hl.-3-Königs-Markt“ einer der ersten Jahrmärkte war, die in Schwandorf gefeiert wurden.
Der „Hl.-3-Königs-Markt“ wurde in den Anfängen am 6. Januar (Dreikönigstag) abgehalten, später jedoch auf den Sonntag nach „Hl.-3-König“ verlegt. Das Ordnungsamt der Stadt Schwandorf hat zu diesem Jahrmarkt wieder eine Vielzahl von Fieranten mit ihrem vielfältigen Warenangebot zugelassen. Zusagen wurden erteilt unter anderem für Bekleidung, Lederwaren, Kopfbedeckungen, Gewürze, Tee, Suppen, Kräuter-Bonbons, Süßwaren, Gemüsehobel, Wraps, Crêpe, Käse, Speck, Rosswürste und med. Feinkost Spezialitäten.