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Die Erinnerung lebendig halten

Oberbürgermeister Andreas Feller würdigt gelebte Erinnerungskultur der „Falkenauer Heimatstube“ 

Die Falkenauer Heimatstube in Schwandorf ist weit mehr als eine Sammlung historischer Gegenstände: Sie ist ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und des Dialogs. Bei einem Besuch informierte sich Oberbürgermeister Andreas Feller gemeinsam mit den „Wegbegleitern“ der Heimatstube Gerd Hampl (ehemaliger Vorsitzender des aufgelösten Falkenauer Heimatverbandes), und Willi Dörfler (ehemaliger stv. Vorsitzender des Falkenauer Heimatverbandes), über die Bedeutung der Sammlung und die künftige Erinnerungsarbeit.

Die Stadt Schwandorf übernahm bereits 1959 die Patenschaft für die ehemals überwiegend deutsch besiedelte Stadt Falkenau an der Eger, das heutige Sokolov in Tschechien. Seit 26 Jahren verbindet beide Städte zudem eine offizielle Städtepartnerschaft. Auch gibt es am 20. September wieder ein „Falkenauer Treffen“ in der Oberpfalzhalle, zu dem alle Interessierten willkommen sind.

Mit der Übernahme der Falkenauer Heimatstube durch die Stadt Schwandorf, die in Zukunft vom Sachgebiet Stadtmuseum auch durch dessen Personal betreut werden soll, wurde dieses kulturelle Erbe dauerhaft gesichert. Zugleich bewahrt die Sammlung die Erinnerung an das Schicksal der deutschsprachigen Bevölkerung aus Falkenau, die infolge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen musste, und macht dieses wichtige Kapitel der Stadt- und Zeitgeschichte für nachfolgende Generationen zugänglich. „Die Falkenauer Heimatstube bewahrt persönliche Schicksale und macht Geschichte greifbar. Gerade heute ist es wichtig, Erinnerung wachzuhalten und zugleich den Blick auf Versöhnung und ein gutes Miteinander in Europa zu richten“, betont Oberbürgermeister Andreas Feller.

Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei die Menschen ein, die ihre Erinnerungen aus erster Hand weitergeben können. Gerd Hampl und Willi Dörfler gehören zu den letzten Zeitzeugen mit persönlichem Bezug zu Falkenau. Unter anderem mit ihnen zeichnet das Stadtmuseum derzeit Videointerviews auf, um ihre Erlebnisse, Erinnerungen und Lebensgeschichten dauerhaft zu dokumentieren. „Diese persönlichen Berichte sollen die zahlreichen Archivalien, Fotografien, Bücher und Alltagsgegenstände der Heimatstube um eine lebendige, menschliche Perspektive ergänzen. Die Ausstellungsstücke erzählen viel, doch Zeitzeugen geben ihnen eine Stimme“, erklärt Museumsleiterin Eva Maria Keil.

Die Sammlung der Falkenauer Heimatstube umfasst Exponate aus Falkenau und der Region des böhmischen Bäderdreiecks zwischen Marienbad, Karlsbad und Franzensbad. Sie dokumentiert das Leben der Menschen ebenso wie Themen aus Bergbau, Religion, Handwerk und Alltag.

Im Stadtmuseum selbst sind bereits ausgewählte Objekte in die Dauerausstellung integriert und veranschaulichen die Themen Flucht, Vertreibung und Migration im historischen und aktuellen gesellschaftlichen Kontext.

Die Falkenauer Heimatstube steht damit nicht nur für die Bewahrung der Vergangenheit, sondern auch für Aussöhnung und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Schwandorf und Sokolov. Sie macht deutlich, wie aus einer gemeinsamen Geschichte und einer schmerzhaften Vergangenheit Verständigung und Partnerschaft wachsen können.

Besichtigungsmöglichkeiten:
Die Falkenauer Heimatstube im Stettnerhaus ist jeden ersten Donnerstag im Monat von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Interessierte melden sich bitte beim Stadtmuseum Schwandorf.

Ein virtueller Rundgang durch die Falkenauer Heimatstube ist auf der Internetseite des Stadtmuseums unter www.schwandorf.de/stadtmuseum im Bereich „Falkenauer Heimatstube“möglich.

Kontakt:
Stadtmuseum Schwandorf
Rathausstraße 1
92421 Schwandorf
Telefon: 09431 / 41 55 3
E-Mail: stadtmuseum@schwandorf.de