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Energetische Sanierung des Rathauses Schwandorf (seit 2023)

„EU-Strukturfondsförderung 2021–2027 – Verbesserung der Energieeffizienz bei kommunalen Infrastrukturen (Programm IBW 2021–2027, Maßnahmengruppe 2.2)“, Fördersatz von 80 %

Mit dem Projekt „Rathaus neu gedacht – adaptiv, grün, suffizient, regenerativ“ modernisiert die Stadt Schwandorf seit 2023 ihr Rathaus umfassend. Ziel der Maßnahme ist es, den Verwaltungsstandort energetisch und funktional zukunftsfähig weiterzuentwickeln, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Klimaanpassung zu leisten. Das Vorhaben wird durch den Freistaat Bayern und die Europäische Union im Rahmen des Programms „EU-Strukturfondsförderung 2021–2027 – Verbesserung der Energieeffizienz bei kommunalen Infrastrukturen (IBW 2021–2027, Maßnahmengruppe 2.2)“ aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE 2021–2027) mit einem Fördersatz von 80 Prozent gefördert.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die nachhaltige Weiterentwicklung des bestehenden Rathausgebäudes. Durch die hydraulische Anhebung des vorhandenen Dachstuhls und die Aufstockung in Holzbauweise konnten zusätzliche Verwaltungsflächen geschaffen werden, ohne neue Flächen in Anspruch zu nehmen oder zusätzliche Versiegelungen vorzunehmen. Gleichzeitig wurden umfangreiche Abbruchmaßnahmen vermieden und die bestehende Tragstruktur sowie wesentliche Bauteile des Dachstuhls erhalten. Dadurch konnte ein erheblicher Anteil der im Gebäude gebundenen sogenannten grauen Energie bewahrt und der Materialeinsatz deutlich reduziert werden.

Auch im Innenbereich folgt das Vorhaben konsequent dem Prinzip der Ressourceneffizienz. Bestehende Gebäudestrukturen sowie technische Anlagen in den Bereichen Elektro, Heizung, Sanitär, Lüftung und Sicherheitstechnik wurden soweit möglich weitergenutzt und gezielt erweitert. Durch die Integration der vorhandenen Infrastruktur konnten Materialverbrauch, Bauaufwand und energieintensive Neubeschaffungen minimiert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Maßnahme liegt auf der Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes. Optimierte Dämmmaßnahmen an Dach- und Wandflächen, der Einbau hochwärmegedämmter Fenster mit außenliegendem Sonnenschutz sowie die Installation einer Photovoltaikanlage tragen zu einer nachhaltigen Reduzierung des Energiebedarfs und der CO₂-Emissionen bei. Gleichzeitig verbessern die neu geschaffenen Raumhöhen den sommerlichen Wärmeschutz und erhöhen den thermischen Komfort in den Büroräumen.

Zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels setzt die Stadt Schwandorf bewusst auf energiearme und naturnahe Lösungen. Hochwertige Sonnenschutzsysteme und Wärmeschutzfolien reduzieren den Wärmeeintrag in den Bestandsräumen. Ergänzend wurde am Ostflügel des Rathauses eine vorgesetzte Grünfassade mit bodengebundenen Kletterpflanzen errichtet, die künftig für eine natürliche Verschattung sorgt und den Einsatz energieintensiver Klimatisierungstechnik reduziert. Die Bewässerung erfolgt ressourcenschonend über eine Regenwasserzisterne mit Tropfbewässerung, in der Niederschlagswasser der Dachflächen gesammelt wird.

Die Grünfassade leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des innerstädtischen Mikroklimas. Sie reduziert die Oberflächentemperaturen der Fassade, verringert die Wärmestrahlung in die Umgebung, bindet Feinstaub und trägt zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit bei. Gleichzeitig entstehen durch integrierte Nisthilfen Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und Insekten, wodurch die biologische Vielfalt im urbanen Raum gestärkt wird. Die unmittelbare Nähe zur Grundschule und zur Offenen Ganztagsschule eröffnet zudem Möglichkeiten, Natur- und Klimaschutz unmittelbar erlebbar zu machen.

Zur Bewertung der Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen werden seit 2023 kontinuierlich Raumklimadaten in ausgewählten Büroräumen erfasst. Die Messungen schaffen eine belastbare Datengrundlage, um die Auswirkungen einzelner Maßnahmen – beispielsweise von Sonnenschutzfolien, Verschattungssystemen und der Grünfassade – auf das Raumklima und die Energieeffizienz wissenschaftlich auszuwerten und langfristig zu dokumentieren.

Das Projekt verdeutlicht, wie sich die energetische Sanierung und Erweiterung kommunaler Bestandsgebäude mit den Zielen der Ressourcenschonung, der Energieeffizienz und der Klimaanpassung verbinden lassen. Durch den konsequenten Erhalt vorhandener Bausubstanz, die Vermeidung zusätzlichen Flächenverbrauchs, den Einsatz nachhaltiger Baustoffe sowie die Umsetzung naturbasierter Lösungen entsteht ein zukunftsfähiges Verwaltungsgebäude mit Modellcharakter. Nach der bereits realisierten Begrünung des Ostflügels ist im Zeitraum 2026/2027 die Begrünung des Westflügels vorgesehen. Auch diese Maßnahme wird im Rahmen des Programms „EU-Strukturfondsförderung 2021–2027 – Verbesserung der Energieeffizienz bei kommunalen Infrastrukturen (IBW 2021–2027, Maßnahmengruppe 2.2)“ mit einem Fördersatz von 80 Prozent gefördert.